Tag 109 Meile 1575,8-1594,0

Heute früh hat mein Schlafsack mich festgehalten. Wirklich festgehalten! Ich konnte einfach nicht aufstehen. Immer wieder bin ich kurz eingeschlafen. Und das ist eigentlich eher untypisch für mich. Die letzten Tage waren warm und irgendwie anstrengend für mich. Ich bin geschlaucht und merke, dass ich nicht genug esse in den letzten Tagen.

Aber als ich dann doch irgendwann losgelaufen bin, habe ich zwei andere Mädels getroffen, die ich länger nicht gesehen habe. Wir haben uns etwas unterhalten, doch irgendwann sind sie vorgeeilt. Sie wollen heute noch nach Etna laufen. Bis dahin sind es von unserem Zeltplatz aus noch fast 30 Meilen.

Am ersten Fluss für heute haben wir eine längere Pause gemacht. Denn danach ging es für mehrere Meilen Berg auf.

Doch bereits nach einer weiteren Meile sah ich ein kleines Pappschild auf dem „Trailmagic“ stand. Ich lief einen kleinen Seitenweg hinauf und auf einem Parkplatz stand ein rotes Auto mit drei Frauen. Zwei von ihnen waren etwa in meinem Alter und laufen momentan ebenfalls den PCT. Doch momentan sind sie für einige Tage nicht auf dem Trail, da sie Besuch von den Eltern bekommen haben. Also fahren sie nun etwas herum und machen Trailmagic. Heute in Form von kalter Soda, Bier, viel Obst und Eis. Etwa eine Stunde saßen wir dort und nach und nach kamen noch andere Hiker vorbei.

Es war schön mal wieder zusammen zu sitzen. Momentan sind viele damit beschäftigt möglichst schnell nach Oregon zu kommen und laufen viele viele Meilen. Da bleibt nicht viel Zeit für lange Pausen. Um so schöner sind dann solche Trailmagic Momente.

Der Anstieg danach war dann auch nur noch halb so wild. Meile für Meile ging es Berg auf und die Landschaft veränderte sich etwas. Während das Gestein um uns herum bisher überwiegend rotbraun war, ist es nun wieder zu hellem, weißen Gestein gewechselt.

Die Ausblicke heute waren toll! Zwar dominiert der Rauch weiterhin die Umgebung, aber das macht es fast mystisch.

Die Frauen mit der Trailmagic erzählten uns, dass in den letzten zwei Tagen einige neue Feuer ausgebrochen sind. Etwas gruselig finde ich!

Am Abend zelten wir an einem See. Morgen treffen wir Mary Ann und Phil wieder mit neuem Essen und dann sind es nur noch drei Tage bis wir Kalifornien durchgelaufen sind.

Zwar hören wir einige Meilen vor der Grenze auf, doch auf Grund der Brände ist der Trail am Grenzübergang sowieso gesperrt.

Dann ist endlich ein Staat geschafft. Ein langer, sehr langer, aber wunderschöner Staat! Und es geht Richtung Washington, worauf ich mich schon unglaublich freue.

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