Tag 78 Meile 965,3-983,2

Heute früh haben uns drei Gäste beehrt. Drei Rehe grasten seelenruhig um unsere Zelte herum und ließen sich kaum aus der Ruhe bringen. Die Rehe, oder andere Rehe, haben uns eine Weile lang begleitet und man konnte sie immer wieder vom Trail aus sehen.

Vorerst sind wir morgens nur eine Meile bis zum Benson Pass gelaufen. Dort haben wir dann gefrühstückt. Um uns herum schwirrten Massen an Moskitos und man sollte meinen, dass sie morgens noch träge sind. Immerhin ist es noch nicht so warm. Aber nichts da. Rund um die Uhr schwirren sie um einen herum.

Also sitze ich in den Pausen meistens mit langer Regenhose und Moskitonetz über dem Kopf da.

Insgesamt ging es heute oft Berg auf und ab. Und das ziemlich direkt, ohne Schleifen die einen langsam nach oben bzw. unten führen. Häufig ist der Weg voller kleiner und großer Steine und zudem streckenweise matschig, was die ganze Sache ziemlich rutschig macht. Das mögen weder meine Knie noch meine Knöchel.

Außerdem schmerzen meine Füße seit einigen Tagen wieder etwas. Ich brauche dringend neue Schuhe! Meine Sohle ist so abgelaufen, dass ich teilweise jeden Stein merke. Aber immerhin haben meine Schuhe schon knapp 600 Meilen auf dem Tacho. Der Hersteller gibt an, dass man sie nach 500 Meilen austauschen soll. Also wird es bei mir langsam Zeit!

Unsere Mittagspause verbrachten wir wieder an einem See, der dieses Mal sogar einen Steg hatte. Oder besser gesagt einen Baustamm, der auf einem größeren Stein im See endet. Einige andere Hiker sind ins kühle Nass gesprungen. Wir hingegen sind recht früh wieder losgezogen.

Am Nachmittag wurden wir dann von einer Rangerin kontrolliert. Wir mussten unser Permit und den Bärenkanister zeigen. Die Rangerin war sehr nett und hat sich noch etwas mit uns unterhalten. Sie war zusammen mit zwei anderen Rangern für sechs Tage im Yosemite Nationalpark unterwegs um sich die Meadows anzusehen. Diese waren bisher noch nicht für Wanderer mit Pferden freigegeben, da die Meadows noch zu nass waren und die Pferde zu viel zerstören würden.

Außerdem erzählte sie uns, dass auf unserer kommenden Strecke viele Wildblumen sprießen. Und so war es auch! So viele verschiedene, bunte Blumen auf einem Fleck. Wie bunte Farbtupfer verteilten sie sich überall am Wegesrand.

Am späten Nachmittag mussten wir dann einen Fluss überqueren und ich bin das erste Mal beim Überqueren hineingefallen. Der Fluss war nicht tief und die Strömung nicht reißend. Wir hüpfen über Steine und an einem bin ich dann abgerutscht und stand plötzlich mit beiden Beinen im Wasser. Aber schnell die Socken ausgewrungen und weiter ging es. Glücklicherweise trocknen meine Schuhe sehr schnell.

Am Abend waren wir alle erschöpft. Wir hatten für heute eigentlich 20 Meilen geplant, doch uns wurde klar, dass das heute wohl nichts mehr wird. Zu oft ging es steil Berg auf und ab und wir schwächelten. Trotzdem liefen wir noch etwas weiter und schlugen schließlich nach insgesamt knapp 18 Meilen unsere Zelte auf.

Insgesamt war heute nicht mein Tag. Ich war müde und erschöpft. Wäre ich alleine unterwegs hätte ich wahrscheinlich nicht so lange ausgehalten. Also gut, dass ich mit den anderen zusammen bin. Weder Musik noch Hörbuch haben heute geholfen. Ich war mental erschöpft. Aber das gehört wohl auch zum PCT.

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