Tag 60 Meile 774,1-784,4

Heute steht der Forrester Pass auf dem Plan. Der höchste Punkt auf dem PCT (13.200ft). Wir sind um sechs Ihr gestartet, da wir am Pass ankommen wollten bevor der Schnee durch die Sonne zu weich wird.

Jedoch trafen wir bereits kurz nach unserem Start auf einen Fluss, dessen Strömung stark war und wir haben insgesamt eine knappe Stunde damit verbracht eine geeignete Stelle zur Überquerung zu finden und dann durch den Fluss zu waten.

Dadurch haben wir natürlich wertvolle Zeit verloren. Jedoch kann das Überqueren von Flüssen gefährlich sein, also ist es gut sich Zeit zu nehmen um eine gute sichere Stelle zu finden!

Insgesamt trafen wir am Anfang nur auf vereinzelte Schneefelder, die man gut ohne Microspikes bewerkstelligen konnte.

Dann kamen wir dem Pass immer näher und konnten ihn irgendwann gut von unten aus betrachten.

Wir sahen einige Hiker den Pass herauflaufen und machten uns Gedanken darüber, was der beste Weg ist. Denn am Anfang war kein Trail zu erkennen.

Mit Microspikes an den Schuhen machten wir uns auf den Weg und folgten den Fußspuren im Schnee. Der Schnee war noch fest und durch die Microspikes hatte man einen guten Halt.

Dann trafen wir auf Felsen ohne Schnee. Also Microspikes aus und klettern. Stein für Stein arbeiteten wir uns hoch, bis wir schließlich auf den Trail trafen.

Danach ging es in angenehmen Schleifen nach oben Richtung Pass. Kurz vor dem Ziel trafen wir noch auf ein Schneefeld. Rechts befand sich der Berg, links der Abhang. Es waren circa 20 Schritte und ausgestattet mit Microspikes und Eisaxt lief ich langsam über den Schnee. „Bloß nicht runterschauen“ war mein Mantra. Doch der Schnee war fest und es war gut zu meistern.

Am anderen Ende angekommen war ich so froh, ich hätte einen Scotch trinken können! Als wir dann an dem Pass ankamen trafen wir auf eine Hikerin, die uns tatsächlich Bourbon anbot! Mit einem Minischluck feierten wir, dass wir es auf den Forrester Pass geschafft haben!

Der Ausblick war atmenberauben! Man sah auf der einen Seite die Berge und konnte auf die eisblauen Seen schauen. Von da sind wir gekommen.

Auf der anderen Seite sah man das Tal, in welches wir absteigen mussten.

Der Abstieg begann mit dem Überqueren eines großen Schneefeldes. Da es bereits mittags war, war der Schnee durch die Sonne angeschmolzen und weich. Immer wieder sackte ich knietief in den Schnee, verlor ein Mal meinen Schuh dabei. Den konnte ich aber mit der Eisaxt wieder aus dem Loch fischen. Rita und Irish haben mir Tips, wie ich besser im Schnee laufen kann. Das half enorm und nach dem ich ein paar Wuttränen vergossen hatte ging es besser voran.

Zeitweise liefen wir bergab ohne genau zu wissen wo der Trail war. Denn dieser war teils von Schnee bedeckt und durch die Schneeschmelze versperrten uns teilweise kleine Flüsse den Weg.

Irgendwann hielten wir an, wir waren kaputt und hatten kaum etwas gegessen. Also gab es erst einmal eine kurze Pause, in der wir heiße Schokolade tranken und kurze Zeit später fanden wir ein kleines Plätzchen, an dem wir verspätet Mittag aßen.

Danach kamen wir endlich im schneefreien Tal an, der Weg war wieder zu erkennen und man konnte sehen wo einst der Gletscher das Tal geformt hat. Die Pinien verstreutet ihren Duft und das Laufen war angenehm.

Kurz vor unserem angepeilten Zeltplatz mussten wir dann natürlich noch einen Fluss überqueren. Ein Baumstamm lag quer über dem Fluss aber ich mit meiner schlechten Balance hatte leichte Bedenken, dass ich in den Fluss falle. Doch mit einigen Hilfestellungen von Irish wie ich meine Wanderstöcke benutzen muss habe ich den Fluss überquert.

Am Zeltplatz merkte ich dann wie erschöpft ich war und das erste Mal auf dem Trail hatte ich wirklich Muskelkater. Doch der Tag hat Spaß gemacht! Und auf dem Forrester Pass zu stehen war einfach bewegend. Heute habe ich Sachen geschafft, die ich mir selber kaum zugetraut habe.

5 Kommentare zu „Tag 60 Meile 774,1-784,4

  1. Hallo Mareike ,
    atemberaubende Bilder und ich musste mal kurz tief Luft holen bei dem Anblick ,als du die 20 Schritte machen musstest.Und das bei deiner Höhenangst…….Auf einen Aussichtsturm zu klettern war früher eine Qual für dich…….
    Es ist kaum in Worte zu fassen, was du da leistest !!!!!
    Mittlerweile bist du zurück auf dem Trail, die nächste Etappe dauert 7-9 Tage !
    Ich umarme dich, fliegende Schildkröte ,und bleib gesund
    Mama

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  2. Hallo Mareike,
    ich bin einer von denen den Du nicht kennst, aber der Deine Tagesberichte und Fotos gerne liest bzw. anschaut. Deine Mutter hat mir den Hinweis gegeben. Da ich schon mehrmals in Californien war, wecken insbesondere die Bilder Erinnerungen wach. Ich finde es ganz toll und Du kannst stolz darauf sein, was Du bisher geleistet hast. Mach weiter so. Du schaffst es.
    Gruß Eckhard

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Mareike,
    Du hast wieder einen Abschnitt geschafft und auch dieser war nicht leicht für dich.,aber gemeistert!!!!
    Die Bilder sind wunderschön👍
    Bleib gesund 🤗
    LG Kathi und Detlef

    Gefällt 1 Person

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