Tag 44 Meile 583,3-600,2

Heute haben wir ausgeschlafen und sind erst um acht Uhr gestartet. Wer mich kennt weiß, dass ausschlafen bei mir eher „vor elf Uhr verlasse ich das Bett nicht und danach auch nur um mir Frühstück ins Bett zu holen“. Doch auf dem Trail ist es schön ausschlafen, wenn man bis sieben Uhr schläft.

Vor unserem Start haben wir noch schnell Wasser gefiltert. Das Wasser war sauber und klar und jemand eine eine Konstruktion mit einem Rohr gebaut, so dass man seine Flaschen einfach auffüllen konnte.

Danach ging es entlang von Windkraftanlage (wohl das Motto der letzten Tage) am Berg entlang. Die Aussicht war toll und wir machten an einem schattigen Platz eine kurze Pause.

Bereits am Morgen war es warm und es versprach ein heißer Tag zu werden. So war es auch. Zumindest für mich.

Aber zu erst zur Mittagspause. Wir aßen unter einem Baum, der genug Schatten für uns alle warf und zu uns gesellte sich „Bolo“. Er spielte wieder Ukulele und ich schlief bei der schönen Musik ein.

Nach dieser entspannten Pause lag ein Anstieg vor uns. Für mich war es zu heiß und ich machte immer wieder Pausen. Zudem war ich durchgehend durstig, trotz ausreichend Wasser. Ich verlor die anderen irgendwann aus den Augen.

Wenn man sich die Natur von heute anguckt soll man nicht meinen, dass es so heiß war. Der Weg war gesäumt von hohen Gräsern und immer wieder traf man auf Kiefernbäume.

Doch wenn man in die Ferne blickt, sieht man die kahlen, sandigen Wüstenberge.

Am Abend passierte ich dann den 600 Meilen Marker. Nurnoch 100 Meilen bis zur Sierra! Wer hätte gedacht, dass ich so weit komme. Ich in meiner ersten Woche bestimmt nicht!

Von nun an hielt ich Ausschau nach meiner Gruppe. Wir hatten abgemacht, dass wir kurz nach dem Marker campen wollen. Und ich hoffte, dass „kurz danach“ nicht heißt „noch fünf Meilen“. Der PCT führte auf einer Feldstraße entlang und für mich sah es nicht so aus, als wären brauchbare Zeltplätze in der Nähe.

Doch nur kurze Zeit später sah ich „Irish“ und Rita am Wegesrand sitzen! Sie kochten grade Abendessen und warteten auf mich. Etwas abseits vom Trail haben sie einige Plätze zum Zelten gefunden!

Ich habe schnell mein Zelt aufgebaut und dann saßen wir noch etwas zusammen und haben die Wasserversorgung geplant. Der Waterreport wurde geprüft, wir haben uns die Höhenprofile angesehen und geschaut wann wir Mary Ann und Phil treffen, die Wasser mitbringen wollen.

Das Planen schlaucht teilweise ganz schön. Teilweise brummt der Kopf, vor allem wenn es verschiedene Möglichkeiten, die nächsten Etappen zu planen, gibt und wir darüber diskutieren. Aber wir werden uns immer einig und so krabbel ich nach kurzer Zeit in mein Zelt, koche Kartoffelbrei und höre noch etwas Musik.

Zu guter Schluss kommt nun mein Highlight des Tages! Ich habe heute viele Tiere gesehen. Kaninchen, Chipmunks, Vögel, Echsen und ein Stinktier.

Aber, und nun kommt der Trommelwirbel, ich habe meinen ersten Bären in freier Wildbahn gesehen! Er war zu weit entfernt um ein Foto zu machen, aber es war definitiv ein Bär. Der Puls wurde kurz schneller aber dann war ich hin und weg!

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