Tag 35 Meile 464,3-478,2

Heute früh wachte ich in einem sehr feuchtem Zelt auf. Es hatte zwar nicht geregnet, aber der Tau am Morgen hatte alles mit einer schönen Schicht Nässe bedeckt. Da ich nur das Innenzelt aufgebaut hatte, waren sowohl Schlafsack als auch Isomatte feucht.

Wir entschieden die ersten Sonnenstrahlen zum Trocknen der Sachen auszunutzen und erst etwas später zu starten.

Der Weg schlängelte sich auf und ab und war überwiegend von grünen Bäumen und Büschen gesäumt. Trotzdem kamen wir langsamer als sonst voran. Ich mit meinen Füßen bin in der Regel sowieso etwas langsamer als die anderen, aber auch Rita fühlte sich heute nicht gut.

So machten wir viele Pausen. In der Mittagspause legte ich erneut Zelt und Schlafsack in die Sonne, denn am Morgen war es nicht komplett durchgetrocknet. Wir saßen etwas versteckt hinter Büschen und ich hörte irgendwann wie zwei Hiker vorbeikamen und sagten „oh da hat jemand sein Zelt vergessen, dir nehmen es mit und legen es in die nächste Hikerbox“. Schnell sprang ich auf und verhinderte grade noch, dass sie mein Zelt nahmen. Glück gehabt! Aber wir haben herzlich darüber gelacht. Sie hatten uns vom Trail aus einfach nicht gesehen und wunderten sich über das herrenlose Zelt.

Dann ging es weiter und die letzten Meilen lief Glen hinter uns. So konnten wir gut das Tempo halten und kamen am Nachmittag an der Straße an, die zur kleines Stadt Green Valley führt. Dort war „Casa de Luna“ das Ziel. Das Haus eines Trailangels.

Da wir die zwei Meilen entlang der Straße nur ungerne laufen wollten, versuchten wir unser Glück einen Autofahrer zu finden, der uns mitnimmt.

Nach circa 15 Minuten hielt ein netter Mann und fuhr uns sogar direkt zur „Casa de Luna“. Er hatte zwar schon häufig Hiker an der Straße stehen sehen, jedoch noch nie einen mitgenommen. Wir sahen aber nett aus und so hielt er an.

Wir bedanken uns zig Mal und erzählten viel über den PCT und uns Hiker. Vielleicht nimmt er nun häufiger Hiker in seinem Auto mit.

In „Casa de Luna“ angekommen trafen wir auf viele alte und neue Gesichter. Gestern sollen hier fast 90 Hiker übernachtet haben, heute ist die Gruppe kleiner.

An Haus und Garten vorbei trifft man auf einen kleinen Wald, der aussieht als wäre er direkt aus einem Märchenbuch entsprungen. Dort suchten wir einen Zeltplatz und bauten die Zelte auf.

Völlig erschöpft vom Tag stürzten wir uns am Abend dann auf den Tacosalat, der wirklich gut war, und fielen dann um 21 Uhr in die Zelte.

Doch vorher musste noch getanzt werden! Denn nur so bekommt man das „PCT Bandana 2018“.

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