Tag 18 Meile 218,5-235,4

Um halb sechs war mein Rucksack gepackt und ich lief los. Ich hatte leider wieder mit meiner Wadenmuskulatur zu tun und brauchte eine Weile um noch warm zu laufen.

Vom Prinzip her würde ich sagen, dass es auf jeden Fall Sinn macht früh aufzustehen um in der Mittagshitze eine längere Pause machen zu können. Doch es wird von Tag zu Tag heißer und heute fing es bereits um sieben Uhr morgens an. Sobald die Sonne über die Berge gestiegen war, flimmerte die Luft vor Hitze und die Landschaft verschwamm in der Ferne.

Trotzdem schaffte ich den Anstieg und kam Vormittags am Mission Creek an. Der PCT folgt diesem Fluss für die nächsten 20 Meilen. Das gute daran ist, dass man so nur wenig Wasser tragen muss.

Der Natur sah man direkt an, dass Wasser vorhanden war. Die Bäume waren grün und im Kontrast zu den kargen Bergen wirkte die Farbe noch satter.

Es war so klar zu sehen was Wasser in der Natur bewirkt.

Nach dem ich am Nachmittag nach einer Pause wieder weiter wollte hatte ich Probleme den Trail zu finden. Das Schilf war so dicht und der Trail war nicht zu erkennen. Ich folgte den Fußspuren, trotzdem stand ich irgendwann im Nichts. Also lief ich wieder zurück und traf eine Gruppe von drei Hikern. Mit diesen machte ich mich dann zusammen auf die Suche. Doch wir liefen einen kleinen Umweg um wieder auf de PCT zu gelangen.

Am Abend traf ich andere Hiker, die den Trail ebenfalls verloren hatten. Es ging wohl einigen so. Das erklärt die vielen Fußspuren, die vom Trail wegführten.

Auch wenn ich aktuell etwas mehr essen kann als am Anfang merke ich wie mir am späten Nachmittag die Energie ausgeht. Ich unterhielt mich noch kurz mit einem anderen deutschen Hiker, der auf mich wartete und fragte ob alles in Ordnung ist. Es tat gut mal in deutsch zu erzählen welche Essensprobleme ich habe und dass die Hitze mich auslaugt.

Nach 2 weiteren Meilen war dann Schluss für mich. Ich baute mein Zelt auf. Da der Boden ziemlich sandig war sicherte ich mein Zelt mit Steinen, da die Heringe nicht hielten.

Dann stand plötzlich Charlie Brown vor mir. Ich hatte ihn seit der Pause am Vormittag nicht mehr gesehen.

Morgen werde ich wohl noch früher aufstehen. Es sind noch 30 Meilen bis Big Bear und ich will morgen möglichst weit kommen um dann übermorgen gegen Mittag in der Stadt anzukommen.

2 Kommentare zu „Tag 18 Meile 218,5-235,4

  1. Liebe Mareike,
    leider haben wir uns in den letzten Jahren wieder etwas aus den Augen verloren, aber nichtsdestotrotz verfolge ich mit großem Interesse dein spannendes und vor allem mutiges Abenteuer.
    Durch deinen tollen und mitreißenden Schreibstil lesen sich deine täglichen Berichte wunderbar, man hat fast das Gefühl dabei zu sein. Auch die schönen Fotos geben einem einen guten Einblick in deinen Alltag auf dem PCT.
    Ich freue mich über viele weitere Einträge und Fotos auf deinem Blog und wünsche dir für auch für die bevorstehenden Wochen ganz viel Kraft, Energie, aber vor allem viel Freude und Optimismus 🙂
    Liebe Grüße ans andere Ende der Welt aus Emden
    Anna

    Gefällt 1 Person

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