Tag 15 Meile 179,4-186,6 plus Mt. San Jacinto Spitze

Morgens um kurz vor 8 ging es zurück zum Trail. Ein benachbartes Hostel bietet einen „Shuttle“ zurück zum Trail an. Hiker, die nicht in dem Hostel wohnen, zahlen 2$.

Der Aufstieg begann sofort. Ziel war die Spitze des Mt. San Jacinto. In 3300m Höhe. Idyllwild liegt ungefähr bei 1630m.

Am Anfang hatte ich ganz schöne Schmerzen in den Waden. Nach einer guten halben Stunde war ich jedoch warm gelaufen. Allerdings durchkreuzte die zunehmende Höhe meinen Plan flott voranzukommen.

Mit zunehmender Höhe fiel mir die Atmung schwer und zwischendurch hatte ich sogar einen leichten Druck auf den Ohren.

Doch mein Körper gewöhnte sich nach ein paar Stunden an die Höhe und das laufen viel mir deutlich leichter. Wobei laufen eigentlich das falsche Wort für den Aufstieg ist. Phasenweise habe ich mich eher wie beim Klettern gefühlt. Viele, teils große, Steine lagen auf dem Weg nach oben. Ständig musste man vorausschauend gucken auf welchen Stein man als nächstes tritt.

Das war anstrengend, vor allem da der Rucksack voller Essen und Wasser war. Doch irgendwie hat es mir auch Spaß gemacht. Es war eine Herausforderung und ich staune über mich selbst, wie ich mich samt Rucksack von Stein zu Stein hangelte.

Doch die „Kletterkrönung“ kam zum Schluss. Die ersten Hiker, mit denen wir am Morgen gestartet sind, kamen uns bereits entgegen und sagten „bald geschafft, zum Schluss müsst ihr nur noch die Felsen hoch“. Und das war nicht übertrieben. Plötzlich stand man vor einem Haufen großer Felsbrocken, auf dessen sich die Gipfelspitze des Berges befindet.

Es sah aus, als habe jemand einen großen Sack voller Felsen einfach ausgekippt, darauf das Schild „Mt. San Jacinto Peak“ gestellt und gesagt „viel Spaß beim hochklettern. Denn einen richtigen Weg nach oben gab es nicht. Also wurde der Rucksack in die Ecke gelegt und los ging die Kletterpartie. Einfach den Stimmen folgen hieß es.

Oben angekommen wurden wir mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt! Zusammen mit anderen PCT Hikern und Tageswanderern saßen wir dort oben und genossen den Ausblick!

Der Aufstieg hatte uns viel Zeit gekostet und wir wollten noch ein paar Höhenmeter hinter uns lassen, bevor wir unsere Zelte aufschlugen. Damit die Nacht nicht so kalt wird.

Im letzten Jahr um diese Zeit war der Mt. San Jacinto noch in eine dicke Schneedecke gehüllt. Dieses Jahr liegt nur am Wegesrand teilweise etwas Schnee.

Der Abstieg ging leicht zu Fuß. Der Weg war eben und fiel mir leicht. Einige Meter waren jedoch gesäumt von Büschen, deren Astenden so Spitz wie Rosendornen sind. Da der Trail nur ein schmaler Pfad war, blieb einem nichts anderes übrig als die zig Kratzer in Kauf zu nehmen.

Zeltplätze sind bei diesem Abstieg rar gesät, so dass wir erst um 19 Uhr einen geeigneten Platz fanden. Fünf andere Hiker trudelten noch ein und zusammen genossen wir einen unglaublich tollen Sonnenuntergang. Man wurde ganz wehmütig vor lauter Schönheit!

Zufrieden mit meiner heutigen Leistung schlief ich ein.

Morgen wird ein anstrengender Tag. Es liegen knapp 20 Meilen auf dem Plan. Denn erst dann gibt es die nächste Wasserquelle. Die Rucksäcke sind also voll beladen. Zudem erwartet uns wieder die Wüstenhitze und der Trail geht nur bergab.

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